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Fake-BKA-Meldung erkennen

Eine angebliche Meldung des BKA, der Polizei, der GEMA oder einer 'Cyber-Behörde' auf dem Bildschirm ist praktisch immer Betrug. Behörden in Deutschland sperren keine Rechner und kassieren keine Bußgelder über Gutscheinkarten oder Kryptowährungen.

Unabhängiges Informationsangebot. Nicht verbunden mit dem Bundeskriminalamt, der Polizei oder einer anderen Behörde. Im Notfall bitte Polizei, BSI oder einen spezialisierten IT-Dienstleister einbinden. Diese Inhalte ersetzen keine professionelle Incident-Response-, Forensik-, Rechts- oder IT-Beratung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Bildschirmsperre mit Behördenlogo und Geldforderung ist in Deutschland immer Betrug.
  • Echte Bescheide kommen schriftlich, mit Aktenzeichen und Rechtsmitteln, nicht als Browser-Pop-up.
  • Eine Zahlung führt nie zur Entsperrung und finanziert die nächste Welle der gleichen Masche.
  • Wichtigster Schritt ist Ruhe bewahren, den Bildschirm fotografieren und das Gerät vom Netz trennen.
  • Telefonnummern, Links oder Software aus der Meldung sollten unter keinen Umständen genutzt werden.
  • Wer unsicher ist, sollte die Polizei oder eine vertrauenswürdige IT-Hilfe einbeziehen.

Woran man die Masche erkennt

  • Vollbild-Sperre mit Logos von BKA, Polizei oder Justiz
  • Vorwurf angeblich illegaler Inhalte oder Aktivitäten
  • Zahlungsaufforderung mit kurzer Frist (oft 24 oder 48 Stunden)
  • Bezahlung per Paysafecard, Gutschein, Überweisung oder Bitcoin
  • Sprachliche Fehler, falsche Logos, unplausible Formulierungen
  • Kamera-Bild oder IP-Adresse werden angeblich live angezeigt
  • Drohung mit Hausdurchsuchung, Haft oder dauerhafter Sperrung des Geräts

Warum echte Behörden nicht so vorgehen

In Deutschland werden mögliche Straftaten in einem rechtsstaatlichen Verfahren bearbeitet - mit schriftlichem Bescheid, Akteneinsicht und Rechtsmitteln. Niemand sperrt den Rechner und verlangt eine sofortige Zahlung per Pop-up. Wer so etwas sieht, sieht Kriminelle bei der Arbeit, nicht den Staat.

Auch wenn die Meldung mit echtem Behördenwappen, Aktenzeichen oder Paragrafen arbeitet: Diese Elemente lassen sich kopieren. Entscheidend ist der Weg, auf dem die Forderung ankommt. Bildschirmsperre plus Sofortzahlung gleich Betrug.

Was zu tun ist

  • Ruhe bewahren, Bildschirm mit dem Handy fotografieren
  • Nicht zahlen, keine Codes eingeben, keine Daten herausgeben
  • Internetverbindung trennen (WLAN aus oder Kabel ziehen)
  • Gerät neu starten, ggf. in den abgesicherten Modus
  • Wenn die Sperre bestehen bleibt: IT-Hilfe oder eine vertrauenswürdige Person einbeziehen
  • Anzeige bei der Polizei erstatten, gerne mit Foto als Beweis

Was nicht zu tun ist

  • Keine angegebene Telefonnummer oder E-Mail-Adresse kontaktieren
  • Keine Zahlung, auch nicht 'zur Sicherheit'
  • Keine Software aus der Meldung installieren
  • Keine Fernwartung zulassen, auch nicht auf telefonische Bitte hin
  • Keine Bank- oder Kreditkartendaten in das Fenster eingeben
  • Nicht aus Scham schweigen - die Masche zielt genau darauf ab

Häufige Fragen

Warum sollte ich weder zahlen noch die angegebene Nummer anrufen?

Eine Zahlung führt nie zur Entsperrung und finanziert die nächste Welle der gleichen Masche. Wer anruft, landet direkt bei den Tätern und bekommt zusätzlichen Druck aufgebaut. Beides erhöht das Risiko, dass weitere Daten oder Geld abgeflossen sind.

Welche typischen Maschen werden bei Fake-BKA-Meldungen genutzt?

Die gängigsten Drehbücher sind: eine angeblich behördliche Bildschirmsperre mit Geldforderung, ein Countdown mit drohender Festnahme, die Aufforderung, Guthabenkarten-Codes einzugeben, und die Behauptung, die Webcam habe Beweise aufgezeichnet. Manchmal wird auch eine Telefonnummer angegeben, die angeblich zum 'echten' Support führt.

Was ist das Risiko, wenn ich Fernwartung zulasse oder Software aus der Meldung installiere?

Mit Fernwartungssoftware wie AnyDesk oder TeamViewer erhalten die Täter vollen Zugriff auf den Rechner. Sie können Passwörter auslesen, Online-Banking öffnen, Sicherheits-Software deaktivieren oder weitere Schadsoftware installieren. Auch 'harmlose' Programme aus der Meldung können Hintertüren enthalten.

Was, wenn wirklich illegale Inhalte angezeigt wurden?

Auch dann gilt: Eine echte Strafverfolgung läuft nie über ein Pop-up mit Sofortzahlung. Im Zweifel hilft eine Beratung durch eine Anwältin oder einen Anwalt - aber nicht der Klick auf 'Jetzt zahlen'.

Sieht die Meldung wirklich täuschend echt aus, ist das dann seriös?

Nein. Logos lassen sich beliebig kopieren. Entscheidend ist nicht das Aussehen, sondern der Kanal: Eine Bildschirmsperre mit Geldforderung ist immer Betrug.

Sollte ich auf die Meldung antworten, um sie wegzubekommen?

Nein. Jede Interaktion mit der Meldung (Klick auf Buttons, Eingabe von Daten, Anruf der Nummer) erhöht das Risiko. Die Meldung lässt sich technisch beenden, ohne mit den Tätern in Kontakt zu treten.