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Erste Hilfe

Ruhig handeln, nicht zahlen, Beweise sichern.

Ruhige Schritt-für-Schritt-Anleitung im Ernstfall: Was sofort hilft, was Sie vermeiden sollten und wann professionelle Hilfe nötig ist. Unabhängig, ohne Software-Verkauf.

Unabhängiges Angebot. BKA-Trojaner.de ist keine Behördenseite und verkauft keine Software. Diese Inhalte sind eine ruhige Orientierung und ersetzen keine professionelle Incident-Response-, Forensik-, Rechts- oder IT-Beratung.

PC gesperrt
Bildschirm zeigt eine Sperrmeldung
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Dateien verschlüsselt
Dokumente lassen sich nicht öffnen
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Lösegeld
Forderung erhalten - was tun?
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Schritt für Schritt

Die 10 wichtigsten Schritte im Ernstfall

Diese Reihenfolge ist eine bewährte Orientierung. Wenn Sie an einem Punkt unsicher sind, holen Sie professionelle Hilfe, statt zu improvisieren.

  1. Ruhe bewahren und nichts überstürzt anklicken

    Sperrmeldungen, Warntöne und Countdowns sind bewusst so gestaltet, dass sie Druck erzeugen. Treffen Sie keine Entscheidung im Affekt. Wer kurz innehält, trifft fast immer die besseren Schritte.

  2. Gerät vom Netzwerk trennen, wenn ein echter Befall vermutet wird

    WLAN deaktivieren, LAN-Kabel ziehen, mobile Daten ausschalten. Damit verhindern Sie, dass sich Schadcode weiter ausbreitet oder zusätzliche Daten abfließen. Das Gerät selbst muss dafür nicht heruntergefahren werden.

  3. Screenshot oder Foto der Meldung sichern

    Fotografieren Sie die Sperrmeldung mit dem Smartphone, falls das Gerät blockiert ist. Notieren Sie Datum, Uhrzeit und ungewöhnliche Beobachtungen. Diese Beweise sind später wichtig für Anzeige und Analyse.

  4. Keine Zahlungsdaten eingeben

    Geben Sie weder Kreditkartendaten noch Online-Banking-Daten ein und kaufen Sie keine Gutschein- oder Paysafecards. Echte Behörden fordern so etwas nicht, und auch bei echter Ransomware ist eine Zahlung selten der richtige Weg.

  5. Keine unbekannten Entfernungs- oder Cleaner-Programme herunterladen

    Im akuten Moment locken viele zweifelhafte Tools mit Versprechen wie sofortige Entfernung. Solche Downloads installieren oft selbst Schadcode oder verschlimmern die Situation. Bleiben Sie bei etablierten Anbietern und bei professioneller Hilfe.

  6. Prüfen, ob nur der Browser betroffen ist

    Viele Sperrmeldungen sind reine Browser-Tricks. Lässt sich das Problem durch Beenden des Browsers über den Task-Manager und einen sauberen Neustart lösen, war es vermutlich Scareware. Bleibt die Sperrung danach bestehen, betrifft sie das System.

  7. Bei verschlüsselten Dateien: System nicht weiter benutzen

    Wenn Dateien plötzlich unbrauchbar wirken, fremde Endungen tragen oder Erpresserschreiben auftauchen, beenden Sie alle weiteren Aktionen am Gerät. Keine Reparaturversuche, keine Umbenennungen, keine Neuinstallation auf eigene Faust.

  8. IT, Support, Polizei oder professionelle Incident-Response einbeziehen

    Im Privatumfeld hilft eine vertrauenswürdige IT-Werkstatt. Im Unternehmen läuft alles Weitere über den Notfallplan, die IT-Sicherheit und gegebenenfalls einen spezialisierten DFIR-Dienstleister. Anzeige bei der Polizei gehört dazu.

  9. No More Ransom und offizielle Quellen prüfen

    Für viele Ransomware-Familien gibt es kostenfreie Entschlüsselungstools über No More Ransom. BSI und Polizei bieten zusätzlich Hinweise und Anlaufstellen. Bevorzugen Sie diese Quellen gegenüber beliebigen Foren-Anleitungen.

  10. Nachbereitung: Passwörter, Backups, Updates, MFA

    Nach dem akuten Vorfall: Passwörter wichtiger Konten von einem sauberen Gerät aus ändern, Mehrfaktor-Authentifizierung aktivieren, Updates einspielen und ein belastbares Backup-Konzept einrichten - idealerweise mit Kopien, die offline gehalten werden.

Was sinnvoll ist

Sofort tun

  • Ruhe bewahren und Beweise sichern (Foto, Notiz, Erpresserschreiben)
  • Gerät bei Verdacht auf echten Befall vom Netzwerk trennen
  • Im Unternehmen sofort IT-Sicherheit und Notfallplan aktivieren
  • Polizei einbeziehen und Anzeige erstatten
  • Offizielle Quellen prüfen: BSI, No More Ransom, Polizei
  • Bei Unsicherheit professionelle Hilfe holen
Bitte vermeiden

Nicht tun

  • Keine Zahlung leisten (weder Paysafecard noch Krypto noch Überweisung)
  • Keine Zahlungs- oder Bankdaten in die Meldung eingeben
  • Keine unbekannten Cleaner- oder Entfernungs-Tools herunterladen
  • Verschlüsselte Dateien nicht umbenennen, kopieren oder eigenhändig reparieren
  • Nicht reflexartig das System neu installieren - das vernichtet Beweise
  • Keine angeblichen Hotlines aus der Sperrmeldung anrufen

Wann ist es wahrscheinlich nur Browser-Scareware?

  • - Die Meldung erscheint ausschließlich im Browser-Fenster
  • - Andere Programme funktionieren normal
  • - Nach Beenden des Browsers über den Task-Manager ist alles weg
  • - Kein neues Erscheinen nach einem Neustart
  • - Keine ungewöhnlichen Dateiendungen, keine Erpresserschreiben
Browser gesperrt - Schritt für Schritt

Wann könnte es echte Malware oder Ransomware sein?

  • - Die Sperrung bleibt auch nach einem Neustart
  • - Das gesamte System ist nicht mehr nutzbar
  • - Dateien tragen fremde Endungen oder lassen sich nicht öffnen
  • - Erpresserschreiben (Readme-Dateien) tauchen auf
  • - Mehrere Geräte im Netzwerk verhalten sich auffällig
Dateien verschlüsselt - was jetzt?
Beweise sichern

Welche Spuren Sie aufbewahren sollten

  • - Foto oder Screenshot der Sperrmeldung
  • - Erpresserschreiben (z. B. Readme-Dateien)
  • - Dateinamen und -endungen verschlüsselter Dokumente
  • - Datum und Uhrzeit des ersten Auftretens
  • - Auffällige E-Mails oder Anhänge der letzten Tage
  • - Liste der betroffenen Geräte und Konten
  • - Ungewöhnliche Anmeldungen oder Hinweise auf Fernzugriffe
  • - Notizen zu allen unternommenen Schritten
Hilfe holen

Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist

Spätestens wenn Dateien verschlüsselt erscheinen, mehrere Geräte betroffen sind oder sensible Daten im Spiel sind, gehört ein Vorfall in fachkundige Hände. Im Unternehmen ist das fast immer der Fall, da zusätzlich Datenschutz- und Meldepflichten greifen können.

Vertiefen

Passende Anleitungen und Hintergründe

Häufige Fragen

Was Betroffene am häufigsten fragen

Was sollte ich sofort tun?

Ruhe bewahren, ein Foto der Meldung machen, das Gerät bei Verdacht auf echten Befall vom Netzwerk trennen, nicht zahlen und keine fragwürdigen Tools installieren. Im Zweifel professionelle Hilfe einbeziehen.

Was sollte ich auf keinen Fall tun?

Kein Lösegeld zahlen, keine Bank- oder Kreditkartendaten in die Meldung eingeben, keine unbekannten Reinigungs-Tools laden, keine Telefonnummern aus der Sperrmeldung anrufen und nichts überstürzt löschen oder neu installieren.

Wann ist es wahrscheinlich nur Browser-Scareware?

Wenn die Meldung nur im Browser-Fenster erscheint, sich nach Beenden des Browsers über den Task-Manager und einen Neustart nicht wieder zeigt und keine Dateien auf dem System verschlüsselt sind.

Wann könnte es echte Malware oder Ransomware sein?

Wenn die Sperrung nach einem Neustart bleibt, das gesamte System betrifft, Dateien plötzlich fremde Endungen tragen oder Erpresserschreiben auftauchen. Auch ungewöhnliche Festplattenaktivität und nicht mehr öffenbare Dokumente sind Warnzeichen.

Sollte ich Lösegeld zahlen?

BSI, BKA und andere Strafverfolgungsbehörden raten davon ab. Es gibt keine Garantie auf Entschlüsselung, Zahlungen finanzieren die nächsten Angriffe und können rechtlich problematisch sein. Details unter Lösegeld zahlen.

Welche Beweise sollte ich sichern?

Foto oder Screenshot der Meldung, Erpresserschreiben, Dateinamen und -endungen verschlüsselter Dokumente, Zeitstempel, ungewöhnliche Vorfälle vor dem Befall und betroffene Geräte. Diese Informationen brauchen Polizei und Dienstleister.

Wann sollte ich professionelle Hilfe einbeziehen?

Sobald Dateien verschlüsselt erscheinen, mehrere Geräte betroffen sind, sensible Daten betroffen sein könnten oder Sie sich bei den nächsten Schritten unsicher fühlen. Im Unternehmen immer, da ein Vorfall meist auch Datenschutz- und Meldepflichten auslöst.

Welche offiziellen Anlaufstellen gibt es?

Das BSI bietet allgemeine Hinweise und Warnungen. Die Polizei (örtlich oder über die Online-Wache) nimmt Anzeigen entgegen. Das internationale Projekt No More Ransom stellt freie Entschlüsselungstools bereit. Für Unternehmen sind zusätzlich spezialisierte Incident-Response- und DFIR-Dienstleister sinnvoll.