Kurzfassung
- Ransomware verschlüsselt Dateien oder sperrt Systeme und verlangt Lösegeld
- Häufig wird zusätzlich mit Veröffentlichung gestohlener Daten gedroht (Double Extortion)
- Zahlungen lösen das Problem in der Regel nicht und finanzieren weitere Angriffe
- Schutz beruht auf Backups, Updates, Mehrfaktor-Authentifizierung und Awareness
Was ist Ransomware?
Ransomware ist eine Kategorie von Schadsoftware, deren Geschäftsmodell die Erpressung ist. Statt Daten nur zu stehlen oder zu zerstören, machen Angreifer Inhalte gezielt unzugänglich und bieten die Wiederherstellung gegen Zahlung an. Eine ausführliche Definition liefert die Seite Was ist Ransomware.
Typische Erscheinungsformen
- Krypto-Ransomware: verschlüsselt Dateien auf Endgeräten und Servern
- Locker-Ransomware: sperrt die Bedienoberfläche, ohne Dateien zu zerstören
- Leakware / Doxware: droht mit Veröffentlichung gestohlener Daten
- Double Extortion: kombiniert Verschlüsselung mit Datendiebstahl
Angriffsablauf in der Praxis
- Initialer Zugang über Phishing, gestohlene Zugangsdaten oder ungepatchte Systeme
- Erkundung und Ausweitung der Rechte im Netzwerk
- Datendiebstahl vor der eigentlichen Verschlüsselung
- Sabotage oder Löschung von Backups, soweit erreichbar
- Verschlüsselung der Systeme und Lösegeldforderung
Wer ist betroffen?
Betroffen sind nicht nur grosse Konzerne, sondern auch Mittelstand, Handwerk, Kommunen, Krankenhäuser, Bildungseinrichtungen und Privatpersonen. Angreifer suchen einerseits gezielt nach lohnenden Zielen, nehmen andererseits Streuverluste in Kauf - jedes erreichbare System mit schwachen Zugängen ist potenziell relevant.
Was im Ernstfall zählt
Operative Schritt-für-Schritt-Hinweise stehen in den Erste-Hilfe-Seiten - für Endgeräte unter PC gesperrt und für verschlüsselte Daten unter Dateien sind verschlüsselt.
- Ruhe bewahren, nicht überstürzt löschen oder neu installieren
- Betroffene Geräte vom Netzwerk trennen, eingeschaltet lassen
- Beweise sichern: Fotos der Meldung, Erpresserschreiben, Dateinamen
- Im Unternehmen Krisenstab aktivieren, im Privatumfeld vertrauenswürdige Hilfe einbeziehen
- Anzeige bei der Polizei erstatten
Prävention auf einen Blick
- Aktuelle Updates für Betriebssystem, Browser und Anwendungen
- Multi-Faktor-Authentifizierung für E-Mail, Fernzugänge und Administration
- Backups nach 3-2-1 mit mindestens einer offline oder unveränderbaren Kopie
- Phishing-Awareness im Privat- und Arbeitsumfeld
- Im Unternehmen zusätzlich Netzwerksegmentierung, Logging und EDR
Wichtiger Hinweis
Diese Übersicht ersetzt keine individuelle IT-, Forensik- oder Rechtsberatung. Im akuten Vorfall sollten ein spezialisierter Dienstleister und die zuständigen Behörden eingebunden werden.